Einige Unternehmen in Berlin verschärfen mit ihren Aktivitäten den ohnehin schon angespannten Mietmarkt und maximieren dabei ihren Profit auf Kosten der Allgemeinheit. Die Vermietung von möblierten Wohnungen auf Zeit dominiert bereits jetzt einen großen Teil der angebotenen Wohnungsinserate. Mietpreisbindungen und Zweckentfremdungsverbot adé: Wird die Anmietung einer befristeten möblierten Wohnung bald zur einzigen Chance auf eine Bleibe?
Berlin erlebt seit der Wiedervereinigung ein spektakuläres Wachstum: Rund 400.000 Menschen sind seit 1990 in die Hauptstadt umgezogen, während sich parallel ein regelrechter Tourismusboom entwickelte. Zwischen 2006 und 2019 hat sich die Zahl der Übernachtungen von pro Jahr 15,9 auf 34,1 Millionen mehr als verdoppelt – ein Trend, der auch nach der Pandemie ungebremst anhält. Doch dieser Andrang hat seinen Preis: Die Angebotsmieten in Berlin schießen in die Höhe, haben sich seit 2006 verdoppelt und liegen heute laut Statista bei durchschnittlich 14,93 Euro pro qm. Der steigende Druck auf den Wohnungsmarkt ist eng mit dem Tourismus verbunden. Online-Plattformen wie Airbnb, die ursprünglich authentische „Live like a local“-Erlebnisse für Reisende schaffen wollten, lösten eine gravierende Veränderung des Mietmarktes aus. Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen entdeckten die lukrative Möglichkeit, ihre Wohnungen zeitweise an Tourist/innen zu vermieten. Im Jahr 2017 erreichte die Zahl der auf Airbnb angebotenen Wohnungen in Berlin mit über 20.000 Inseraten ihren Höchststand. Wohnraum, der zuvor Anwohner/innen zur Verfügung stand, wurde zunehmend touristisch vermietet – mit Folgen für die Verfügbarkeit von Mietwohnungen. Die Stadt Berlin reagierte unter anderem mit dem Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum, doch statt der erwarteten Marktentlastung entstand eine neue Herausforderung: die Vermietung möblierter Wohnungen auf Zeit zu überteuerten Preisen.


