Auch in Moabit gab und gibt es zahlreiche größere Bauprojekte, bei denen Regeln zur Bürgerbeteiligung der betroffenen Anwohner/innen implementiert wurden. Das betrifft unter anderem das „Mittenmang“-Quartier, das die Groth-Gruppe in der Lehrter Straße errichtete.
Das Areal hat eine lange Geschichte als Bahnbetriebswerk mit Gütergleisen zu vielen Gewerbebetrieben, wie Steinmetzfabriken, Weinhandlungen, Vieh- und Pferdehandel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Grundstück Lager für den Kohlen- und Fassgroßhandel und „Antike Bauelemente“ , die wertvolle Materialien aus Abrisshäusern recycelten, sowie mehr als 30 Gärten der Eisenbahnerlandwirtschaft errichtet. Bereits in den 1990er Jahren wurden Pläne für Wohnungsbau und eine neue Grundschule im Mittelbereich der Lehrter Straße geschmiedet, aber nicht verwirklicht. Nur am nördlichen Straßenende wurden einige Sozialwohnungen gebaut. Eine ähnliche Ausgangslage als Bahngelände gab es auch in der Europacity, auch Stadtquartier Heidestraße genannt, die keineswegs „Niemandsland“ war, wie auch heute noch oft behauptet wird. Gewerbebetriebe und Logistik nutzten die alten Lagerhallen. Seit 2003 initiierte die Vivico, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, das Bauprojekt. Im Verfahren „Strategien Nördlicher Cityrand“ wurden grundsätzliche Ziele formuliert. 2007 erwarb die CA Immo die Vivico in einem Bieterverfahren. Galerien und Kunst wirkten als Durchlauferhitzer, Fördermittel wurden eingesetzt, um das Gebiet interessant zu machen. Eigentlich gar nicht notwendig bei der Lage nah am neuen Hauptbahnhof, der auch wegen der großen nicht mehr für Bahnzwecke benötigten Flächen hier entstand.

