Der Konzernchef der Vonovia SE, Rolf Buch, spricht gerne von „eitel Sonnenschein“ , wenn es um die wirtschaftliche Lage des Unternehmens geht. Und tatsächlich: Mit einer Dividendenrendite von rund 4,8% zeigt sich Vonovia an der Börse für die Aktionär/innen attraktiv. Doch hinter der glänzenden Fassade brodelt es. Die Verschuldung des Konzerns ist hoch und immer wieder gerät das Unternehmen mit fragwürdigen Geschäftspraktiken in die Schlagzeilen.
Im Berliner Bezirk Lichtenberg will Vonovia weiter expandieren. An der Kreuzung Schlichtallee/Hauptstraße plant der Konzern den Bau von 158 neuen Wohnungen. Für Anwohner/innen ein Grund zur Sorge: Es drohen Lärm, Staub und Einschränkungen im Alltag. Seit vielen Jahren ist die Bezirksgruppe Lichtenberg der Berliner MieterGemeinschaft (BMG) aktiv und kämpft für die Durchsetzung der Interessen von Mieter/innen. So auch dieses Mal. Gemeinsam mit Mieter/innen der umliegenden Gebäude des Neubauvorhabens hat die Bezirksgruppe zusammen mit Anwält/innen der BMG eine Hausversammlung organisiert. Ihr Ziel: eine pauschale Mietminderung für alle Betroffenen während der Bauphase. Das Mietrecht ist in diesem Fall zwar Individualrecht, und Pauschallösungen gibt es üblicherweise nicht. Erst wenn einzelne Mieter/innen erfolgreich vor Gericht klagen, könnte sich der Konzern gezwungen sehen, eine allgemeine Regelung zu akzeptieren. Doch Zusammenhalt und Solidarität, die entstehen, wenn Mieter/innen sich miteinander verbünden, sind eine wichtige Voraussetzung, um gemeinsam auch lange, nervenaufreibende Auseinandersetzungen gegen einen Vermieter durchzustehen.
