MieterEcho: Die Berliner MieterGemeinschaft fordert zur Überwindung der Wohnungskrise öffentlich finanzierten und erstellten Neubau, der dauerhaft in öffentlichem Besitz verbleibt. Wie stehen Sie dazu?
Jörn Rieken: Die IG Bau Berlin hat bereits vor neun Jahren gefordert, den sozialen Wohnungsbau bundesweit mit 50 Milliarden Euro pro Legislaturperiode zu fördern, umgerechnet auf die heutigen Preisverhältnisse würde das ungefähr das Doppelte bedeuten. Gefördert werden soll nicht der private Bau von Wohnungen, die nach einer gewissen Zeit wieder in Privatbesitz übergehen, sondern Wohnungsbaugesellschaften in öffentlicher Hand oder Genossenschaften.
Inzwischen sind wir sogar noch wesentlich weitergegangen. Auf dem bundesweiten 24. Ordentlichen Gewerkschaftstag Ende September wurde ein Entschließungsantrag mit übergroßer Mehrheit, bei sehr wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen, angenommen. Dieser enthielt neben umfassenden friedenspolitischen Forderungen auch folgenden Passus: „Jegliche für militärische Aufrüstung geplanten Sondervermögen sollen einer zivilen Verwendung zugeführt werden, unter anderem für bezahlbaren Wohnraum.“

