„SPD-Fraktion Berlin nimmt alle geplanten Kürzungen im Bereich Gewaltschutz von Frauen zurück“ – pünktlich zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November 2025 bläst der sozialdemokratische Teil der schwarz-roten Landeskoalition die Nachricht auf allen Kanälen hinaus. Im Entwurf für den Berliner Doppelhaushalt 2026/2027 zunächst vorgesehene Kürzungen von rund 2,6 Millionen Euro im Gleichstellungsetat der zuständigen SPD-Senatorin Cansel Kiziltepe sind somit abgewendet. „Für uns ist klar: Gewaltschutz darf nie vollendet“, lässt sich die Fraktionsexpertin für Frauen und Gleichstellung, Mirjam Golm, etwas kryptisch in der offenbar hastig zusammengestellten Pressemitteilung wörtlich zitieren. Doch zu diesem Zeitpunkt ist die Messe für ein Projekt des Berliner Gewaltschutzes für Frauen längst gesungen. Die Beschäftigten und Räumlichkeiten der von der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG) betriebenen Clearingstelle sind zum Jahresende gekündigt worden. Man habe keine Wahl gehabt, schließlich hieß es seit August von der Gleichstellungsverwaltung, dass es ab 2026 keine Mittel für das Projekt mit 15 Unterkunftsplätzen für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen mehr geben werde, berichtet eine Beschäftigte dem MieterEcho. Gerade kleinere Vereine können es sich nicht leisten, auf eigenes Risiko Projekte erst mal weiter zu betreiben, in der Hoffnung, dass sich vielleicht doch noch eine Finanzierung findet. Schnell kann es dann um die Existenz des kompletten Trägers gehen. Die erst 2023 eröffnete Clearingstelle war für Kurzaufenthalte von maximal 14 Tagen gedacht. Sie war einerseits erste Anlaufstelle zur Vermittlung in ein Frauenhaus, andererseits als niedrigschwelliges Angebot für Frauen gedacht, die noch unsicher sind, ob sie in eine solche Einrichtung ziehen möchten. „Die Aufnahme in die BIG Clearingstelle wurde zum Ende 2025 eingestellt“, heißt es auf der Vereins-Homepage. Das Konzept der Clearingstelle werde gemeinsam mit der Senatsverwaltung und dem Hilfesystem perspektivisch evaluiert und weiterentwickelt.


