Für Berliner/innen ist Brandenburg vor allem Ausflugsziel und Sehnsuchtsort mit viel Natur und leistbaren Preisen. Homeoffice macht es möglich, in Brandenburg vergleichsweise günstig zu wohnen und in Berlin oder anderswo zu arbeiten. Nicht zuletzt so vorgeschlagen von Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD).
Doch wie steht es wirklich um leistbare Mieten und verfügbaren Wohnraum in Brandenburg? Dazu haben wir im Auftrag der Linksfraktion des Brandenburger Landtags die Studie „Mieten und Wohnen in Brandenburg” erarbeitet, in der wir uns von der Mietentwicklung über das Angebot an Sozialwohnungen bis hin zu Flächenkonsum und Bautätigkeit zahlreichen Fragen der sozialen Wohnraumversorgung widmen. Deutlich wird dabei, dass die Mieten nicht nur in Berlin, sondern auch in Brandenburg, und zwar weit über den „Speckgürtel” hinaus, steigen. Die Steigerungen fallen zwar im Berliner Umland und in den großen Städten Brandenburgs stärker aus, sind aber auch in der Fläche spürbar. Davor schützt auch der viel beschworene Leerstand nicht, wie die Mietenentwicklung in Frankfurt (Oder) zeigt. Dort beziffern die Unternehmen des BBU (Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.) ihren Leerstand auf über 8%, während die Angebotsmieten von 2013 bis 2022 um über 40% stiegen und jetzt mehr als 2 Euro/qm über den Bestandsmieten liegen, die ihrerseits um 20% gestiegen sind. Hinzu kommt, dass im ganzen Bundesland ein erheblicher Bedarf an Wohnraum herrscht, der auch für kleine Einkommen und Menschen im Transferleistungsbezug bezahlbar ist. Denen hilft eine im Vergleich mit Berlin günstige Miete wenig, wenn sie dennoch nicht leistbar ist. Nimmt man an, dass Menschen höchstens 30% ihres Einkommens für ihre Warmmiete aufbringen sollten, sind fast 290.000 Haushalte in Brandenburg, ein knappes Viertel der Bevölkerung, auf Mieten von maximal 10 Euro/qm bruttowarm (6,82 Euro bruttokalt) angewiesen.


