An großen Worten mangelt es der „Plutos Real Estate Investment Group AG“ (Preig AG) auf ihrer Homepage nicht. „Für uns stehen Klimaneutralität und Innovation im Fokus (...) Dies erreichen wir in unseren Projekten unter anderem durch die energetische Sanierung, notwendige Modernisierungen und vor allem den intelligenten Ausbau von potentiellen Dachgeschossen“ , soweit die Vision auf der Webseite.
Doch Mieter/innen von Häusern, die dem Immobilienkonzern gehören, können über diese Phrasen nicht mal mehr lachen und vernetzen sich. Denn der neue Akteur auf dem Berliner Immobilienmarkt könnte die Politik der Verdrängung von Mieter/innen mit geringen Einkommen weiter vorantreiben, so ihre Befürchtung. Deshalb wenden sie sich an Politiker/innen im Bezirk und im Abgeordnetenhaus und auch an die Presse, möchten dabei aber anonym bleiben. „Die Preig AG ist uns erstmalig aufgefallen, als die Mietshäuser, in denen wir wohnen, von den bisherigen privaten Eigentümern in den Besitz einer Aktiengesellschaft übergegangen sind“, erklärte eine Bewohnerin gegenüber Mieterecho. Auch das Geschäftsmodell des Wohnkonzerns sorgt für Beunruhigung bei den Mieter/innen. Die Preig AG, vertreten durch einzelne GmbHs, bietet in den Objekten leere und teilweise möblierte Wohnungen zur Neuvermietung an, berichtet ein Mieter. Darüber hinaus offeriert die Preig AG eine „Tauschbörse“, über die teilweise möblierte Wohnungen zu hohen Mieten im Tausch gegen alte, große Wohnungen angeboten werden. „Diese kleineren neuen Wohnungen kosten dann mindestens genauso viel wie die alten Wohnungen, die dann modernisiert und anschließend für einen deutlich höheren Preis neu vermietet werden,“ so der Bewohner eines Preig-Hauses. Der Wohnungskonzern ist in der letzten Zeit auf dem Berliner Immobilienmarkt als sehr kauffreudig aufgefallen. Im Januar 2024 teilte die Firmengruppe der Preig AG mit, dass sie 2023 insgesamt 11 Mehrfamilienhäuser in Berlin für 120 Millionen Euro erworben habe. „Das Portfolio der Unternehmensgruppe aus Altbauten in sehr guten Berliner Innenstadtlagen besteht nunmehr aus einer Gesamtfläche von mehr als 30.200 Quadratmetern“, heißt es in der Pressemitteilung.

