Unter den zahlreichen Lobbyverbänden, die sich auf dem Berliner Wohnungsmarkt tummeln, ist der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) einer der gewichtigsten und entsprechend gut vernetzt mit der Landespolitik und der Immobilienwirtschaft. Zu den 122 in Berlin tätigen Mitgliedern gehören neben den landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) und zahlreichen Genossenschaften auch kirchliche und private Unternehmen der Branche (u. a. Vonovia), Finanz- und andere Institutionen. BBU-Mitglieder bewirtschaften rund 760.000 Wohnungen, das entspricht etwa 45% des Berliner Mietwohnungsbestandes. Trotz der unverändert dramatischen Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt und dem weiterhin stagnierenden Neubau verbreitete BBU-Vorständin Marion Kern auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes am 17. Juli verhaltenen Optimismus. So würden die Investitionen 2025 im Vorjahresvergleich um ein knappes Drittel auf die Rekordsumme von fast 3,9 Milliarden Euro zulegen, mehr als die Hälfte davon fließt demnach in den Neubau. Auch für die kommenden Jahre erwarte man ein hohes Investitionsniveau, so Kern. Allerdings werden auch im laufenden Jahr nur 5.300 Wohnungen neu entstehen. Das entspricht dem Vorjahresniveau, ist aber deutlich weniger als 2022. Kern führt das vor allem auf die Baupreise zurück, die in den vergangenen fünf Jahren um rund 50% gestiegen seien, und die Kosten für Instandhaltung sogar noch stärker. Für die nahe Zukunft gebe es jedoch positive Signale für den Wohnungsmarkt. Kern nannte u. a. das Schneller-Bauen-Gesetz, die begonnene Verwaltungsreform, das erneuerte Berliner Wohnungsbündnis und den „Bauturbo“ der Bundesregierung. Auch die angekündigten Mieterhöhungen bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) seien unumgänglich, um Neubau und Sanierung weiter voranzutreiben.
