Die Militarisierung der Gesellschaft zieht die Militarisierung der Arbeitswelt nach sich. Beschäftigte der Automobilindustrie finden sich plötzlich in der Rüstungsindustrie wieder. Hafenarbeiter müssen Waffenexporte verladen. Lehrer/innen sind verpflichtet, Soldaten in den Unterricht einzuladen. Pflegekräfte lernen die Versorgung von Kriegsverletzungen und Sachbearbeiter/innen der Arbeitsagentur müssen Arbeitslose in die Bundeswehr vermitteln.
Diese Militarisierung strukturiert den Konflikt zwischen den Klassen und geht mit einem autoritären Umbau am Arbeitsplatz einher. Im Zuge dieses Umbaus werden unsere Arbeitsverhältnisse zum zentralen Feld der Auseinandersetzung um Krieg oder Frieden. Das zeigen nicht nur das Arbeitssicherstellungsgesetz, das bereits im Spannungsfall das Recht auf Arbeitsplatzwechsel und natürlich auch das Streikrecht außer Kraft setzt, oder das Reservestärkungsgesetz, auf dessen Grundlage Reservist/innen auch ohne ihr Einverständnis oder das ihres Arbeitgebers eingezogen werden können.
