Lorena Jonas vom Verbraucherzentrale Bundesverband ist alarmiert. Die Klimapolitik der Bundesregierung und insbesondere des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie scheine „derzeit vor allem auf eine Abkehr von der großen Wärmewende hinauszulaufen“. Für Mieter/innen bedeute das, „dass die Abhängigkeit von immer teurer werdenden fossilen Energien noch länger bestehen bleiben könnte“, so die Referentin im Team Energie und Bauen weiter zum MieterEcho. Augenscheinlich setze die Bundesregierung „eher auf die Interessen der fossilen Industrie als auf den Schutz der Verbraucher/innen und den Umbau zu einem bezahlbaren erneuerbaren Energiesystem“. Der Ausbau der erneuerbaren Energien werde verlangsamt und die Dekarbonisierung des Gebäudebestands verschleppt oder sogar ganz ausgesetzt, könne man dem Koalitionsvertrag entnehmen, in dem die Abschaffung des sogenannten Heizungsgesetzes angekündigt wurde. Und „Entlastungen für Verbraucher/innen bei der Stromsteuer, wie im Koalitionsvertrag versprochen, bleiben aus und werden nur der Industrie gewährt“, sagt Jonas. „Wir sehen tatsächlich kein umfassendes Konzept, keinen konkreten Plan der aktuellen Bundesregierung, wie überhaupt Wärmewende gelingen soll, und da sind wir noch gar nicht bei dem Punkt, wie sie sozial gerecht umgesetzt werden kann“, sagt auch Paula Brandmeyer im Gespräch mit dem MieterEcho. Sie ist stellvertretende Bereichsleiterin Energie und Klimaschutz bei der Deutschen Umwelthilfe. Erstmal habe die aktuelle Regierungskoalition wieder für große Unsicherheit gesorgt mit ihrem Plan, das Gebäudeenergiegesetz, also das sogenannte Heizungsgesetz wieder abzuschaffen. „Aber in bemerkenswerter Geschlossenheit sind eigentlich alle gegen dieses Vorhaben“, stellt Brandmeyer fest. Umweltverbände, Industrieverbände, Handwerk, aber auch die großen deutschen Produzenten.


