„Versprochen, gehalten – und übertroffen. Die Landeseigenen sind das Rückgrat der Berliner Wohnungspolitik“, so feierte Ingo Malter, Geschäftsführer der Stadt und Land und Sprecher der landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU), sich selbst, als er im April die Bilanz der Roadmap zur Entwicklung und Zukunft der öffentlichen Wohnungsbestände vorstellte. 2016 hatten die sechs Unternehmen gemeinsam mit dem Berliner Senat vereinbart, den landeseigenen Wohnungsbestand bis Ende 2026 um rund 80.000 auf 400.000 Wohnungen zu erweitern. Dieses Ziel haben sie, unter Einbezug der siebten Gesellschaft Berlinovo, zum Stichtag 31. Dezember 2025 tatsächlich erreicht.
2016 befanden sich 311.929 Wohnungen im Bestand der sieben Unternehmen. Zum Jahreswechsel belief sich diese Zahl auf 404.170 Wohnungen. Ein Zuwachs um rund 30%. Damit umfassen die landeseigenen Wohnungen rund ein Fünftel des gesamten Berliner Wohnungsbestandes.
Nach Jahrzehnten der Privatisierungen und dem weitgehenden Rückzug aus der aktiven Wohnungspolitik in den 1990er und 2000er Jahren ist die deutliche Ausweitung der öffentlichen Wohnungsbestände grundsätzlich zu begrüßen. Sie vergrößern die direkte politische Einflussnahme auf die soziale Wohnraumversorgung und eröffnen Spielräume für eine bedarfs- statt marktorientierte Wohnungspolitik. Dazu braucht es jedoch auch den politischen Willen des Gesellschafters, also des Landes Berlin, die öffentlichen Unternehmen entsprechend ihres sozialen Versorgungsauftrags zu steuern. Und ein genauerer Blick auf die vergangenen zehn Jahre verrät, dass die LWU nicht nur etwas geschummelt haben, um ihre Roadmapziele zu erreichen, sondern ihre Potentiale zur sozialen Wohnraumversorgung nie voll ausgeschöpft wurden.
Laut Roadmap sollte der Zuwachs zu zwei Dritteln durch Neubau und zu einem Drittel durch Ankäufe erfolgen. In der Realität überwog hingegen der Ankauf: Von 2016 bis Ende 2025 wurden rund 43.000 Wohnungen neugebaut und knapp 49.000 Wohnungen zugekauft. Die Ziele im Neubau wurden um rund 10.000 Wohnungen verfehlt.



