„Alles aus einer Hand – ein Angebot, das Sie nicht oft bei einer Hausverwaltung finden werden!“ So wirbt die Universa Hausverwaltung mbH auf ihrer Website und verweist damit auf das weit verzweigte Firmengeflecht rund um Universa, das ihren Mieter/innen das Leben schwer macht. Eine von ihnen ist Stephanie Palm, die im Weddinger Brunnenviertel wohnt und sich im Herbst 2024 mit ihren Nachbar/innen zusammenschloss. „Anlass waren die enorm hohen Betriebskostenabrechnungen, steigende Mieten und die ausbleibende Kommunikation und Untätigkeit, wenn es um Mängel oder um Belegeinsichten ging“, berichtet sie. Zum ersten Treffen seien mehr als 50 Mieter/innen gekommen. Gemeinsam gründeten sie die Mieterinitiative „Zusammen gegen Universa“ und werden seither auch von der Berliner MieterGemeinschaft rechtlich beraten. Nach Erhalt der Betriebskostenabrechnung für 2023 hielten einige Dutzend Mieter/innen die Nachforderungen zurück und forderten Belege ein. Laut Palm wurden bisher nur einer Mieterin Belege übersandt, die bei der Prüfung der Zahlen teilweise nicht nachvollziehbar waren. Berlinweit verwaltet Universa nach eigenen Angaben rund 6.500 Wohneinheiten in nahezu allen Berliner Bezirken. Bei den Rechtsberater/innen der MieterGemeinschaft ist die Hausverwaltung keine Unbekannte. Mietrechtsanwältin Franziska Dams berichtet von „auffällig hohen Betriebskosten“. Es sei unklar, ob man es bei den fehlerhaften Abrechnungen mit Unfähigkeit und Unkenntnis oder mit Kalkül zu tun habe. Häufig würden Kosten auf die Mieter/innen umgelegt, die durch den Vermieter zu leisten seien. Aufträge, etwa für Hauswarttätigkeiten oder Gartenpflege, würden durch die Universa an ein undurchsichtiges Netz an Unterfirmen vergeben. Auf Anfragen zur Belegeinsicht würde gar nicht oder nur sehr spät reagiert. In einigen Fällen klagte Dams das Recht zur Einsicht in die Belege erfolgreich ein. Vereinzelt hätte Universa sogar fristlose Kündigungen wegen vermeintlicher Zahlungsrückstände gegen Mieter/innen ausgesprochen, die sich jedoch als haltlos erwiesen, da sie aufgrund einer fehlerhaften Buchhaltung entstanden.
