Seit 2016 befragt die Initiative HIER IN BERLIN jährlich Berliner/innen nach ihrer Meinung zum Tourismus. In Friedrichshain-Kreuzberg tauchen dabei häufig Beschwerden über Lärm und andere Begleiterscheinungen auf. Beklagt wird oftmals „zu viel Partytourismus“ , gefordert werden „keine Hostels über 50 Personen“ , ein „Ausgleich zwischen Party- und Ruhezonen“ und ein „Lärmschutzkonzept“ .
Partytourismus boomt in Berlin und stellt eine bedeutende Einnahmequelle für die Stadt dar. Eine Studie zum Berliner Nachtleben aus dem Jahr 2019 zeigt, dass Tourist/innen und Partygänger/innen jährlich etwa 14,8 Milliarden Euro nach Berlin bringen. Unter den 3 Millionen Clubbesucher/innen verweilt jede und jeder durchschnittlich 2,4 Tage in der Stadt. Allerdings geht der wirtschaftliche Nutzen des Partytourismus auch mit erheblichen Störungen im Alltag der Anwohner/innen einher, besonders in Wohngebieten in Friedrichshain-Kreuzberg wie Wrangelkiez und Boxhagener Kiez. Dort hält der Lärm von feiernden Menschen auf den Straßen oft bis in die frühen Morgenstunden an. Zudem gibt es Sicherheitsprobleme, die durch eine erhöhte Kriminalitätsrate und Vandalismus entstehen, sowie hygienische Probleme, da Partygänger/innen häufig Müll hinterlassen. In Friedrichshain-Kreuzberg gelten insbesondere Hostels als potenzielle Störquelle. Diese Hostels ziehen viele junge Reisende an, die oft laut sind und die Nachtruhe der Anwohner/innen stören. Besonders problematisch sind dabei Hostels mit Hinterhofnutzung, wo Gäste oft bis spät in die Nacht feiern.
