Die landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) sind als Gegenpol zur privaten Immobilienwirtschaft eine zentrale Säule der sozialen Wohnraumversorgung in Berlin. Doch die LWU sind keineswegs Paradiese für Mieter/innen. „Die vielen Beschwerden in rekommunalisierten Quartieren sind unüberhörbar. Nachverdichtungsvorhaben treffen teils auf erbitterten Widerstand in den Nachbarschaften. Neue Vorgaben in der Baukultur und bei der klimaneutralen Modernisierung bringen weitere Herausforderungen“, sagt Niklas Schenker, der wohnungspolitische Sprecher der Fraktion Die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus. Aber es gibt bei den LWU engagierte Bewohner/innen, die ihre Interessen selbstbewusst vertreten. Sie organisieren sich in der Vernetzung der LWU-Mieter/innen und haben eine klare Zielsetzung: „Wir sind Mieterinnen und Mieter bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen sowie stadtpolitisch aktive Menschen und engagieren uns in unseren Kiezen und in den Gremien der Wohnungsunternehmen für ein besseres und bezahlbares Wohnen“, heißt es in einer Selbstdarstellung. Heike Kasten-Nkongolo arbeitet seit 2 Jahren aktiv in der LWU-Vernetzung mit. „Ich vertrete den Wahlkreis Neukölln im Mieterrat der Stadt und Land, und bin seit März 2025 Vorsitzende dieses Gremiums, das mich zur Teilnahme an den Treffen des LWU-Netzwerkes delegiert hat“, beschreibt sie ihr Engagement gegenüber dem MietereEcho. Sie verschweigt dabei nicht die Probleme bei der Organisierung, die viele aktive Mieter/innen kennen. „Die Vernetzung ist schwierig, denn der Prozess ist sehr arbeitsintensiv. Wir sind ein Arbeitskreis, dessen Zusammensetzung schwankt. Dadurch ist die Kapazität der regelmäßig Aktiven begrenzt.“
