Bereits seit Monaten ist ein als Notunterkunft auf Grundlage des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG) betriebenes Hotel in Berlin-Schöneberg nahe dem Nollendorfplatz immer wieder in den Schlagzeilen. Wohnungslose Menschen werden hier durch die bezirklichen Sozialämter eingewiesen. In dem 48-Zimmer-Haus sind es hauptsächlich Roma, die als Aufstocker Anspruch darauf haben, bei drohender Obdachlosigkeit von Amts wegen untergebracht zu werden. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg teilte auf Anfrage eines CDU-Bezirksverordneten mit, dass es einen „erheblichen Ungezieferbefall“ in der Einrichtung gebe. Und das laut Medienberichten bei einem Tagessatz von 27 bis 54 Euro pro Person. Wenig überraschend bei den Bedingungen. Vier einander fremde Menschen dürfen laut den Regelungen in einem 28-qm-Zimmer gemeinsam untergebracht werden. Bei Familien erlauben die Standards auch noch mehr Personen pro Raum, wenn mindestens sieben qm pro Kopf gewährleistet sind. Die weiteren Folgen der drangvollen Enge sind auch klar: Bis spätabends halten sich viele der Bewohner/innen auch vor der Unterkunft auf. Anwohner/innen fühlen sich belästigt, es soll auch schon zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein. Sie machen über soziale Medien und die Presse ihrem Unmut Luft. In einem Bericht erklärt ein Anwohner auch seine Hauptsorge wegen der Situation: Er fürchtet einen Wertverlust seiner Eigentumswohnungen, von denen er mehrere im Umfeld besitzt. Ähnlich läuft es in einem zur Unterkunft umgenutzten ehemaligen Hotel in Friedrichshain, unweit der Warschauer Brücke. Auch hier häuften sich die Berichte, die Klagen waren vergleichbar. Seit vielen Jahren gänzlich unauffällig sind beispielsweise hingegen zwei weitere, deutlich kleinere Unterkünfte in zuvor zu Hostels umgenutzten Ladenräumen in Friedrichshain. Auch hier müssen sich ganze Familien einen Raum teilen.
