Dumpfe Geräusche dringen nach draußen. Hämmern, sägen, bohren. Das Areal ist lückenlos eingezäunt. Kameras scheinen jeden Schritt und Tritt auf dem Gelände einzufangen, Schilder verweisen auf einen Wachschutz. Bereits seit Ende 2022 steht der zehnstöckige Gebäudekomplex mit insgesamt 32.000 qm Bürofläche leer. Zuvor wuselten Hunderte Beschäftigte der Deutschen Rentenversicherung (DRV) durch diesen imposanten Koloss mit seinen spiegelnden Fensterfronten an der Hasenheide 23-27, zwischen Hermannplatz und Südstern in Kreuzberg, an der Nahtstelle zu Neukölln. Seit November 2024 ist klar, wie die künftige Nutzung aussehen soll. Da beschloss der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses, das Gebäude anzumieten. Künftig sollen dort Geflüchtete untergebracht werden, deshalb der Umbau seit Jahresbeginn. Das Gebäude werde von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) im Auftrag des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) angemietet, „damit dort geflüchtete Menschen wohnen können“, bestätigt der Pressesprecher der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Stefan Strauß, gegenüber dem MieterEcho. Und: „Es ist Platz für maximal 1.063 Menschen.“ Zum Teil soll der Standort Hasenheide von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie als Erstaufnahme- und Verteilzentrum von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ab 14 Jahren genutzt werden. Dafür sind rund 240 Plätze vorgesehen. Der Aufenthalt beschränke sich auf einen sehr kurzen Zeitraum, sagt Strauß. Also bis entschieden wurde, „ob ein junger Mensch in ein anderes Bundesland verteilt wird oder in einer spezialisierten Clearingeinrichtung des Landes Berlin verbleibt.“ Der größere Teil des Gebäudes werde als Aufnahmeeinrichtung des LAF fertiggestellt.
