In den Sozialbauten in Berlin-Kreuzberg brodelt es. Die Bewohner/innen der Bergfriedstraße und Ritterstraße sehen sich einer beunruhigenden Kombination aus Ignoranz, Missständen und finanziellen Belastungen ausgesetzt. Hauptakteurin in diesem Drama ist die Von Rüden Hausverwaltung GmbH, die seit Jahren Anfragen und Beschwerden der Mieter/innen unbeantwortet lässt.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Weder auf Mängelanzeigen noch auf berechtigte Reklamationen – etwa überhöhte Betriebskostenabrechnungen – erfolgt eine Reaktion. Von einem Mieter als „Ghosting“ bezeichnet, beschreibt diese Taktik das gezielte Ignorieren von Anliegen. Egal, ob es um Wasserschäden, falsch berechnete Zählerstände oder monatelang abgedrehte Wasserleitungen geht – die Hausverwaltung schweigt beharrlich. Ein Anwohner schreibt: „Wir werden systematisch schikaniert. Trotz mehrfacher Nachfragen bleiben unsere Schreiben unbeantwortet. Die Erhöhung der Betriebskostenvorauszahlungen um bis zu 100 Euro monatlich sowie Nachforderungen von über 1.100 Euro für das Jahr 2023 sind schlicht nicht tragbar.“ Die Gebäude in der Bergfriedstraße befinden sich in einem Milieuschutzgebiet und zugleich im Quartiersmanagement-Gebiet Wassertorplatz. Ursprünglich unterlagen die Wohnungen der sozialen Bindung, doch diese endet 2025. Ab dann können die Eigentümer die sogenannte Kostenmiete verlangen, die oft weit über den bisherigen Mieten liegt. Das kommunale Vorkaufsrecht hätte einst greifen können, doch eine Abwendungsvereinbarung zwischen dem damaligen Eigentümer Titanium Metropolinvest II GmbH und dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg verhinderte dies. Die Gewobag, die das Vorkaufsrecht im Auftrag des Bezirks hätte ausüben können, blieb außen vor. Die neue Eigentümergesellschaft, T2G PropCo 1 Sàrl aus Luxemburg, erweckt nun bei den Bewohner/innen die Befürchtung, dass der Schutz der Vereinbarung zukünftig nicht mehr gewährleistet ist.
