Öffentliche Wohnheime des Studierendenwerks bieten zwar die günstigsten Mieten, sind jedoch stark überbucht und weisen oft lange Wartelisten sowie variable Qualitätsstandards auf, insbesondere in älteren Gebäuden. Der Sanierungsstau ist enorm. Auch die Zeiten großer, geräumiger WGs in Altbau-Wohnungen sind in Berlin ebenfalls lange vorbei. Studierende auf Wohnungssuche treffen heute oftmals auf überteuerte Zimmer in Schuhkarton-Größe. Gerne werden besonders kleine und bereits möblierte Zimmer von 6 bis 11 qm zu Preisen von 600 bis 900 Euro angeboten. Angesichts dieser Erfahrungen auf dem freien Wohnungsmarkt werden die überteuerten Angebote in den Wohnkomplexen der privaten Wohnheimanbieter für viele Betroffene notgedrungen zu einer echten Option. Die privaten Anbieter fallen besonders durch die schillernden Versprechen in ihrer Werbung auf. Studierendenunterkünfte heißen nun nicht mehr Studentenwohnheim, sondern „Studio-Apartments“ und Ähnliches. Geboten werden moderne, voll- möblierte Apartments mit umfassenden Dienstleistungen zu deutlich höheren Preisen. Das „All-Inclusive“-Mietmodell ist bei privaten Anbietern weit verbreitet und weckt zunächst den Eindruck finanzieller Planbarkeit. Die Realität sieht jedoch nicht selten anders aus. Herausforderungen im Service umfassen Mängel bei der Instandhaltung, Lärmbelästigung und Abweichungen zwischen beworbenen und tatsächlichen Annehmlichkeiten. Die Gemeinschaftsaspekte variieren stark, von aktiv geförderten, interaktiven Umgebungen bis hin zu eher anonymen oder sogar problematischen sozialen Umfeldern. Mittlerweile tummeln sich unzählige Anbieter auf dem Markt. Dazu gehören The Fizz Berlin, The Urban Club, uhomes.com, HousingAnywhere, The Social Hub Berlin,Neon Wood, Studio:B II, Spreepolis, Youniq, Urban Living Berlin, Felixx Student Homes, Campus Viva Berlin, Campo Novo Berlin oder Home in Berlin.
