Es ist leicht, auf den deutschen Bahnverkehr zu schimpfen. Im Oktober war nur noch jeder zweite Zug im Fernverkehr weniger als sechs Minuten verspätet. Dazu kamen letztes Jahr 13.600 komplett ausgefallene Fahrten, die Folgezüge sind meist überfüllt. Im Winter deprimiert der Zustand vieler Bahnhöfe besonders: schlechter Wetterschutz, abgesperrte Toiletten, verwahrloste Unterführungen, kein Schalter mehr. Wenn davon die Rede ist, dass Menschen das Vertrauen in die Politik verlieren, ist die Bahn das Paradebeispiel. Aber was hilft es, sich zu beklagen? Man müsste schon wissen, wie es besser geht. Die gute Nachricht: Es gibt ein Konzept, das beschreibt, was konkret getan werden kann, um die aktuelle Misere zu überwinden. Das Bündnis Bahn für Alle hat diesen Vorschlag im September vorgestellt, zwei Tage bevor Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) seine „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ präsentierte. Aufgeteilt auf vier Bereiche werden von Bahn für Alle 70 Vorschläge gemacht, welche Veränderungen im Einzelnen möglich und nötig sind.
