Der heutige Wohnungsneubau geht in der Regel einher mit hohen Mieten, so dass die einfache Formel „Neubau löst nicht die Probleme“ durchaus zutreffend ist. Vor hundert Jahren stand die männlich dominierte Zunft der Architekten und Stadtplaner vor dem gleichen Problem, entwickelten allerdings vielversprechende Konzepte zur Linderung der Wohnungsnot. Im Oktober 1925 wurde der Grundstein für die Hufeisensiedlung gelegt, mit der sich seit einigen Jahren die Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen schmücken darf. Die Privatisierungswelle steht bis heute für den Ausverkauf von Landeseigentum und das Aufkommen börsennotierter Immobilienkonzerne. All das entspricht ziemlich genau dem Gegenteil von dem, was Martin Wagner als einer der Vordenker der Siedlungen 1920 formuliert hatte: „Sozialismus ist Neuland, das der kapitalistischen Flut Scholle um Scholle abgerungen werden muß. Der Ausbau der Gemeinwirtschaft wird die harte Arbeit von Generationen erfordern. Die ersten sozialen Baubetriebe werden bis zum Halse in der kapitalistischen Flut stehen.“

