„Wir werden nicht aufgeben, das steht außer Frage“, sagt Uwe zum MieterEcho. „Die werden sehen, dass wir kein Kleeblatt sind, das man mal so einfach zupfen kann und wegschmeißen. “ Uwe gehört zum harten Kern der Union für Obdachlosenrechte Berlin (UfO). Das ist eine 2022 gegründete, unabhängige und selbstbestimmte Interessenvertretung aus wohnungslosen und ehemals wohnungslosen Menschen und ihren Verbündeten. Als einzige Selbstvertretung ist sie auch in den relevanten Gremien vertreten.
Sozial-Staatssekretär Aziz Bozkurt (SPD) lobte im November UfO im Sozialausschuss des Abgeordnetenhauses. Man sei „stolz darauf, dass wir mit ihnen auch arbeiten dürfen“. Das Besondere an der Organisation sei, dass sie nicht weiter nach unten trete, „dass sie nicht irgendwelche Rassismen fördern“. Aber Geld für die UfO gebe es nicht. „Aktuell können wir da tatsächlich keine Förderung in Aussicht stellen“, sagt er im Ausschuss. Damit hat die Selbstvertretung ab 2025 ein Problem. Denn zum Ende dieses Jahres läuft die Förderung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt aus. „Wir sind dringend auf Spenden angewiesen“, sagt Uwe. Die Spendenmöglichkeiten finden sich auf der Homepage. „Wer an der Selbstvertretung von Obdachlosen oder weiteren Projekten für Obdachlosenhilfe spart, der spart bei den Ärmsten und macht Berlin wissentlich zu einem unsozialeren Ort“, sagt Katina Schubert. Die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion hatte im Ausschuss nach der Finanzierungsperspektive gefragt. Dabei werden die Zeiten für Obdachlose sowieso härter. Bereits 2024 haben die Bezirke wegen der Haushaltslage im Sozialbereich gekürzt. „Es ist ein Problem, dass es in Berlin seit ewigen Zeiten an Streetworkern fehlt. Selbst in Friedrichshain-Kreuzberg wurde bei Streetworkern gekürzt, es sind also weniger als früher unterwegs“, berichtet Matze, der sich ebenfalls bei UfO engagiert. „Es wird immer schlimmer. Das Schlimme ist auch, dass sowieso der Rassismus schlimmer wird“, sagt Matze.


