Von den einen gerühmt, von anderen verschmäht: Das Bauhaus lebt und mit ihm die alten Mythen. Vorneweg kündigte die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, vor fünf Jahren an, ein Neues Europäisches Bauhaus initiieren zu wollen. Dieses solle Antworten geben, „wie modernes Leben der Europäerinnen und Europäer im Einklang mit der Natur aussehen kann“. Große Worte, denen erfahrungsgemäß – außer hochdotierten Beraterverträgen – nicht viel folgt. Mit weniger großen Worten knüpft von anderer Seite die AfD in Sachsen-Anhalt an den Kulturkampf der völkisch-nationalen Kräfte der Weimarer Republik an und spricht von einem „Irrweg der Moderne“. Sowohl die Kommissionspräsidentin als auch die AfD reproduzieren Mythen, die spätestens nach diversen Forschungsarbeiten der 90er Jahre als überwunden galten. Anknüpfend an Veröffentlichungen wie den von Winfried Nerdinger 1993 herausgegebenen Band „Bauhaus-Moderne im Nationalsozialismus – Zwischen Anbiederung und Verfolgung“
