Über die Profitinteressen der Immobilienkonzerne ist viel geschrieben worden. Das Gebaren von Unternehmen wie Deutsche Wohnen, Vonovia und Co. sorgt immer wieder für Kritik. Weniger bekannt ist das Agieren christlicher Wohnungsunternehmen. Der Journalist und Soziologe Ralf Hutter hat sich in den letzten Jahren öfter mit dem christlichen Immobiliensektor beschäftigt und dazu auch Beiträge für den Deutschlandfunk produziert.
Nach diesen Sendungen meldeten sich Mieter/innen und schilderten, wie sie vom christlich-kapitalistischen Immobiliensektor betroffen sind. Auf diese Formel kann man deren Handeln bringen, wie Hutter sehr anschaulich beschreibt. Er hat einen Teil der ihm gemeldeten und nachrecherchierten Berichte in einem Buch auf 220 Seiten aufgeschrieben. Es ist ein Schwarzbuch über den christlichen Immobilienmarkt entstanden, das deutlich macht, dass dort christliche Werte wie Nächstenliebe und Unterstützung der Armen höchstens als Satzbausteine für Sonntagsreden und Werbeanzeigen verwendet werden. In der Praxis geht es auch im christlichen Immobiliensektor um Profitsteigerung. Was aber im Vergleich mit den säkularen Wohnkonzernen auffällt, ist die Dreistigkeit, mit der Nachfragen der Presse ignoriert und regelrecht bekämpft werden. Gleich mehrmals zitiert Hutter, dass er auf seine Anfragen für seine Recherchen für Deutschlandfunk-Sendungen oder das Buch die Antwort bekam, ihm wäre doch schon mitgeteilt worden, dass es keinerlei Interesse an einer Kommunikation mit ihm gebe. Er solle gefälligst von weiteren Anfragen absehen. Eine Ordensschwester, die eine wichtige Rolle in einem Immobilienkonzern gespielt hat, schrieb Hutter ganz offen, sie werde nicht antworten und sie interessiere auch nicht, was er über sie schreibe.

