Am Montag, den 15. Juli um 8 Uhr morgens soll Tom B. aus seiner Wohnung
im Pillnitzer Weg 15 in Staaken (Berlin-Spandau) zwangsgeräumt werden.
Das Bündnis Zwangsräumung Verhindern* kündigt solidarische Unterstützung an.
Während in der Öffentlichkeit bisher meistens von der Verdrängung ärmerer
Menschen aus den Innenstadtbezirken an den Stadtrand die Rede ist, zeigt
die Geschichte von Tom, dass die Verwertungsmechanismen keineswegs am
S-Bahn-Ring Halt machen. Die Verdrängung hat längst den Stadtrand
erreicht. Wohin sollen die Menschen noch vor zu hohen Mieten fliehen, wennes selbst in Bezirken wie Spandau und Marzahn immer weniger bezahlbarenWohnraum gibt?Der Eigentümer des Hauses in dem Tom wohnt, dieYpsilon-Liegenschafts-Verwaltungs GmbH, scheint mit Entmietung undKostensenkungsstrategien maximalen Profit erzielen zu wollen. DerWohnkomplex, der früher der städtischen Degewo gehörte, wird nicht instandgehalten. Den Mieter_innen wird der Zugang zu den vertraglichzugesicherten Kellern verwehrt. Bei Neuvermietungen wird ein Mietpreis vonbis zu über 13€/qm verlangt.Tom engagiert sich in der Mieter_inneninitiative Staaken und machte aufdie Zustände aufmerksam. Durch dieses Engagement wird er für die Ypsilonzum unbequemen Mieter. Der Eigentümer versuchte mit unterschiedlichenKündigungsgründen Tom aus der Wohnung zu schmeißen. Die meisten stelltensich dabei als nicht ausreichend heraus. Schlussendlich hatte derEigentümer aber vor Gericht Erfolg mit einem angeblichen Zwischenfallmit einer anderen Mieterin. Währenddessen scheint das Amtsgericht Spandaueinen Antrag von Tom auf Räumungsschutz wegen drohender Obdachlosigkeitnicht bearbeitet zu haben.Morgen soll nun ein_e Gerichtsvollzieher_in Tom aus seinem zu Hause indie Obdachlosigkeit schicken. Es sind viele große Institutionen die aufToms Schicksal wirken, denen dieses aber offenkundig ziemlich egal ist.In dieser Gesellschaft ist Wohnraum eine Ware wie jede andere und dasRecht auf Profitmaximierung wird über das Grundrecht auf Wohnengestellt. Das Bündnis Zwangsräumung Verhindern stellt sich dem entgegen.Leider erfuhren wir erst vor wenigen Tagen von der drohenden Räumung. EinVersuch der Kontaktaufnahme mit der Ypsilon-Liegenschafts-VerwaltungsGmbH am vergangenen Freitag durch Tom und uns wurde wortlos abgeblockt.Wir werden auch noch am Montag früh beim Gericht nachforschen und dieGerichtsvollzieher_in auf die drohende Obdachlosigkeit hinweisen.Für Montag früh um 7:30 mobilisiert das Bündnis Zwangsräumung verhindernNachbar_innen und Unterstützer_innen zum Pillnitzer Weg 15 um dieseZwangsräumung in die Obdachlosigkeit doch noch zu verhindernDieser Räumungsversuch darf nicht still und leise vollzogen werden!Wir bleiben alle!Ein aktuelles Interview mit Tom zu seiner Zwangsräumung finden sie hier:[https://vimeo.com/70260886]Bündnis Zwangsräumung Verhindern*David Schuster, Sara Walther0176 - 92810634http://zwangsraeumungverhindern.blogsport.deFacebook:http://www.facebook.com/pages/Zwangsräumung-Verhindern/540700815957856Twitter: http://twitter.com/WirKommenAlle*Das Bündnis Zwangsräumung Verhindern organisiert seit 2012 Widerstandgegen Zwangsräumungen, hohe Mieten und Verdrängung. Bislang konnten 8Zwangsräumungen erfolgreich verhindert werden.




