Über kein anderes wohnungspolitisches Thema wurde in den letzten Jahren in Berlin so viel spekuliert, wie über die Leerstände. Für den Senat waren sie eine billige Ausrede für wohnungspolitische Abstinenz.
Die offizielle Zählung orientierte sich bislang an den Stromzählern. Jeder abgeschaltete Stromzähler steht dabei für eine leere Wohnung und unterschieden werden entsprechend der Dauer der Abschaltung, drei-, sechs- und längerfristige Leestände. Nicht zuletzt die Kritik an dieser Methode veranlasste die Senatsverwaltung zu einer direkten Befragung der Vermieter. Zwar konnten weder die Methode noch das Ergebnis ernsthafter Kritik standhalten. Dennoch hielt die Senatsverwaltung an der Untersuchung fest und begründete ein weiteres Mal ihre mietenpolitische Untätigkeit mit dem Hinweis auf die vielen marktfähigen Leerstände. Im Gegensatz zu den marktgängigen, die sofort auf dem Markt erscheinen, werden die marktfähigen Leerstände aus irgendwelchen Gründen, nicht zuletzt wegen spekulativer Erwartung besserer Vermarktungschancen, zurückgehalten.




