Christian Linde
Den Weg aus der Krise der Partei DIE LINKE nach der herben Niederlage bei den Abgeordnetenhauswahlen soll ein mehrheitsfähiges „politisches Projekt“ ebnen. Als Multiplikator/innen dieser Strategie will die Linkspartei ausgerechnet die in den zurückliegenden Jahren gegen den neoliberalen Kurs des rot-roten Senates entstandenen stadtpolitischen Initiativen gewinnen.
Mehr als zwei Monate hat es gedauert, ehe sich die Partei DIE LINKE von dem Wahldebakel am 18. September erholt hat, um über Ursachen und Schlussfolgerungen des Machtverlustes an der Spree und dem Ende der zehn Jahre andauernden SPD/LINKE-Koalition zu beraten. Mit einer gehörigen Portion Gratismut bekannte Klaus Lederer im Leitantrag des Parteivorstandes denn auch, was die Spatzen bereits vor dem Wahltag von den Dächern des Karl-Liebknecht-Hauses pfiffen. „Es ist uns insgesamt nicht oder nur unzureichend gelungen, unsere Regierungsbeteiligung mit einem politischen Projekt zu verbinden, das von einem Großteil unserer potentiellen Wählerschaft getragen wurde“, räumte der Landesvorsitzende ein. Darüber hinaus habe es bei zentralen stadtpolitischen Themen „gravierende Fehleinschätzungen“ gegeben. Ob die Mietenentwicklung, das Investorenprojekt Mediaspree oder das von der Partei aktiv bekämpfte erste erfolgreiche Volksbegehren in der Geschichte Berlins zur Teilprivatisierung der Wasserbetriebe, die LINKE sei am Ende sogar „Zielscheibe des Protests“ geworden. Zwar habe man frühzeitig etwa den Verkauf der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft GSW als einen Fehler bezeichnet. „Half nichts, war zu wenig, überzeugte nicht“, resümierte Lederer.




