Am 11.März beginnt die MIPIM in Cannes. Auch Berlin ist prominent vertreten.
Am 11. März beginnt in Cannes die MIPIM (Marché International des Professionnels de l'immobilier) , das „führende Immobilienevent für Immobilienprofis“ wie die Veranstalter selbstbewusst verkünden. In der Tat versammelt sich dort Jahr für Jahr die Creme der Branche, um Entwicklungsprojekete und Kapitalquellen zu sondieren. Alle Sparten sind vertreten: Büros, Wohnungen, Einzelhandel, Gesundheit, Sport, Logistik und Industrie.
Angemeldet haben sich 4300 Investoren und knapp 2000 Firmen, sowie Projektentwickler, Stadt- und Regionalplaner aus über 80 Ländern. Insgesamt wird an den vier Messetagen in dem luxuriösen Konferenzzentrum an der französischen Atlantikküste mit über 20.000 Teilnehmern gerechnet, Geplant sind über 60 Konferenzenn und Präsemtationen. Seit ihrer Erstauflage 1992 hat sich die MIPIM zu einer der weltweit wichtigsten Messen rund um das Immobilienbusiness entwickelt. Entsprechend selbstbewusst treten die Veranstalter auf und kündigen unter anderem Einblicke in „alle Premium-Immobilienprojekte in den wichtigsten Investitionsdestinationen der Welt“ an.
Der deutsche Immobilienmarkt spielt auf der MIPEM bereits seit einigen Jahren eine herausragende Rolle. Unter anderem stellen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München Stuttgart und die Rhein-Ruhr-Region die regionalen Märkte und Projekte vor und werben um Investoren. Gepriesen werden die hohen Wert- und Renditeentwicklungen, die dort im Gegensatz zu den überhitzten Märkten in Südeuropa und Großbritannien noch zu realisieren seien („Assets for Value“). Konkret soll in einer Veranstaltung auch auf die Befürchtungen vieler Investoren eingegangen werden, dass die von der neuen Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbarten Regulierungen für die Mieten die Profite schmälern könnten.
Deutsche Großstädte und Ballungsräume gelten mehr denn je als « Hot Spots » der internationalen Immobilienbranche. Im Ranking für langfristig orientierte, eigenkapitalstarke Investments in Bestandsimmobilien belegen München, Hamburg und Berlin die Plätze eins, drei und vier. Bei Neubauvorhaben schneidet München wegen des mangels an attraktiven Flächen zwar schlöechter ab, dafür stehen auch hier Hamburg und Berlin hinter Dublin und vor Istanbul auf den Plätzen zwei und drei.
Berlin ist in Cannes geballt vertreten. Neben dem Senator für Stadtentwicklung und Umwelt
, Michael Müller (SPD) und der Senatsbaudirektorin Regula Lüscher werden sich auch 18 Wohnungsbaugesellschaften, Immobilienfirmen, Banken und Projektentwickler präsentieren. Darunter die degewo, die Groth-Gruppe, die Deutsche Eigenheim AG, die BerlinHyp AG und die Tempelhof Projekt GmbH. Auf drei Veranstaltungen wird der Wohnungs-und Grundstücksmarkt der Hauptstadt präsentiert. Angesichts der dynamischen Entwicklung der Hauptstadt böte die MIPEM hervorragende Chancen, Investoren zu gewinnen, betonte die Pressesprecherin der der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Daniela Augenstein, gegenüber ME. Schwerpunkt sei dabei der Wohnungsbau . Langfristig gehe man von einem Flächenpotenzioal für 220.000 neue Wohnungen aus, bis 2020 könnten davon 50.000 realisiert werden. Dass die auf der MIPEM vertretenen Investoren wohl kaum an der Schaffung günstigen Wohnraums sondern eher an möglichst hohen Renditen interessiert sind, ist für Augenstein kein Widerspruch zu den formulierten wohnungspolitischen Zielen des Senats. Schließlich würden auch höherwertige – sprich:teure – Wohnungen zur Entlastung des Marktes beitragen, so die Sprecherin; ein Argument, welches man angesichts der Verdrängungsdynamik besonders in den innerstädtischen Altbauquartieren und dem immer kleiner werdenden Segment wirklich preisgünstiger Wohnungen wohl nur als zynisch bezeichnen kann. Auch zur Präsenz der Tempelhof Projekt GmbH auf der Messe äußerte sich Augenstein. Dabei gehe es keinesfalls um weitere, über den bisherigen Bebauungsplan hinausgehende Projekte für den Wohnungsbau, wie es die Initiatoren des Volksentscheids zu Tempelhof behaupten, sondern vor allem um die bereits ausgewiesenen Gewerbeflächen, für die man private Investoren suche.



