Berlin Aspire vermarktet Eigentumswohnungen, bevor ihre Umwandlung genehmigt ist.
Das Immobilienunternehmen Berlin Aspire Real Estate GmbH sucht das schnelle Geschäft. Die Vertreibung von Mieter/innen, die Täuschung von Käufern und die Zwischennutzung als Ferienwohnungen gehören zur Verwertungsstrategie.
Die Berlin Aspire Real Estate GmbH ist noch nicht lange am Berliner Markt tätig, hat es aber schon zum beachtlichen Bestand von mindestens 19 Mietshäusern gebracht. 2011 wurde die Gesellschaft ins Handelsregister eingetragen, 2013 verlegte sie ihren Firmensitz von Schönefeld nach Berlin. Ihr Vorgehen beim Kauf und bei der Vermarktung läuft stets nach einem ähnlichen Muster ab, wie die Mieter/innen aus den betroffenen Häusern berichten. Für jedes Haus wird eine eigene GmbH gegründet, die eine c/o-Adresse bei der Berlin Aspire Real Estate GmbH in der Friedrichstraße hat. Bereits zeitgleich mit dem Erwerb werden die Wohnungen auf der israelischen Internetseite „Berlinestate.com“ angeboten. Bei Häusern, deren Fassaden nicht hinreichend repräsentabel sind, wurden die Fotos der einzelnen Projekte digital retuschiert. Die Gestalter/innen der Internetseite haben sich nicht die Mühe gemacht, die Rechtschreibung der jeweiligen Adressen zu überprüfen, so wird dort ein Haus in der „Wesser Strasse“ und eins in der „Shtefan Strasse“ angepriesen. Offenbar soll bei Berlin Aspire beziehungsweise Berlin Estate alles besonders schnell gehen. Auch juristisch schleichen sich da gern kleine Fehler ein: Vielfach werden die Wohnungen als Eigentumswohnungen angeboten, bevor eine Teilungserklärung vorliegt. Besonders brisant ist dies in der Reichenberger Straße 114 in Kreuzberg, da sich das Haus noch bis Mai 2015 in der Förderbindung der behutsamen Stadterneuerung befindet und eine Umwandlung in Eigentumswohnungen bis dahin ausgeschlossen ist.




