Die Mieter/innen der Siedlung Am Steinberg wehren sich gegen Vertreibung auch mit dem Symbol der Klobürste. Demnächst droht dort eine Zwangsräumung.
In der Siedlung „Am Steinberg“ in Reinickendorf scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. An den Fenstern der kleinen Häuschen hängen Spitzengardinen. Doch daneben hängt ein Plakat mit der Aufschrift „Wir bleiben Alle.“ An der Seite prangt ein roter Stern mit weißer Klobürste in der Mitte. Mit der Klobürste in der Hand sind in Hamburg vor fast einen Jahr viele Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Einschränkung der Demonstrationsrechte in den Gefahrenzonen zu protestieren, die von der Polizei eingerichtet worden waren. Doch, was haben die Polizeimethoden aus linken Hamburger Szenebezirken mit der abgelegenen Siedlung „Am Steinberg“ zu tun, die von den BewohnerInnen mit einer gehörigen Portion Selbstironie Kleinkleckersdorf genannt wird? Sogar ein Schild mit diesen Namen haben sie anfertigen lassen und am Eingang der Siedlung platziert. „Das Symbol mit der Klobürste haben wir bewusst gewählt. Denn auch wir leben in einer Gefahrenzone. Wir sollen hier vertrieben werden, “ berichtet ein Mieter. Sein Nachbar nickt. Er hat gerade ein Schild mit der Aufschrift „Miete ist keine Ware“ in den großen Weihnachtsbaum in der Siedlung gehängt. Jedes Jahr am Samstag vor dem 1. Advent wird er unter Beteiligung vieler Bewohner geschmückt. Doch am vergangenen Samstag haben die Mieter/innen das Baumschmücken zu einer Protestaktion gegen Vertreibung umfunktioniert und dafür MieterInneninitiativen aus ganz Berlin eingeladen. Mehr als 60 Menschen verschiedener Initiativen sind gekommen. Sie brachten Schilder, Plakate und Aufkleber mit, die an dem Weihnachtsbaum befestigt wurden.




