Am Neuköllner Weichselplatz versuchen Mieter/innen,
drastische Mietsteigerungen zu verhindern.
Im dem von Politik und Medien lange als Schmuddelbezirk bezeichneten Neukölln hat sich der Wind gedreht. Mietsteigerungen und Verdrängung führen vor allem im Reuterkiez und im Schillerkiez dazu, dass sich Mieter/innen organisieren. Eine Initiative am Weichselplatz kämpft mit Aktionen gegen eine drohende Mietpreisexplosion.
Dass im Bezirk Neukölln Transparente aus den Fenstern hängen, die Protest zu Ausdruck bringen, hat immer noch Seltenheitswert. So geschehen in der Weichselstraße 8/9. Auf Transparenten war zu lesen: „Gegen Aufwertung und Verdrängung“, „Solidarisches Miteinander statt soziale Kälte“ und „Hier wehren sich Neuköllner MieterInnen“. Der heftig in Bewegung geratene Immobilienmarkt bringt auch dort die Bewohner/innen in Bewegung. Das im vergangenen Jahr an die „Grundstücksgemeinschaft Weichselplatz“ verkaufte Eckhaus Fuldastraße 31/32-Weichselplatz 8/9, soll umgebaut und modernisiert werden, obwohl das Haus größtenteils bereits ortsüblich mit Gasetagenheizungen und modernen Bädern ausgestattet ist. Die Modernisierung ist in zwei Phasen geplant. Vorgesehen sind unter anderem der Anschluss an das Fernwärmenetz, die Erneuerung der Wasserversorgung und der Elektrik, das Anbringen einer Fassadendämmung sowie der Anbau von Balkonen und eines Aufzugs. Außerdem soll das Dachgeschoss ausgebaut werden.




