Die Bemühungen der SPD, Wohnungsknappheit und Mietanstieg in den Griff zu bekommen, wirken seltsam verworren.
Auf dem Parteitag im November versprach die Partei, eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik und zu diesem Zweck „den strategischen Rahmen und Instrumentenkasten weiterzuentwickeln.“ Eine Bodenwertzuwachssteuer soll eines der Instrumente sein. Solch eine Steuer ist nicht neu. Es gab sie bereits im Kaiserreich und auch in der Weimarer Republik. Erst 1944 wurde sie aufgehoben und1972 entdeckte sie schließlich die SPD neu. In ihrem damaligen Wahlprogramm kündigte sie „den Kampf gegen Bodenspekulation“ an und wollte zu diesem Zweck den Wertzuwachs unbebauten Bodens abschöpfen. Doch mit der Realisierung scheiterte sie an dem geschlossenen Widerstand der Grundeigentümerparteien CDU, CSU und FDP. Die Forderung nach einer Bodenwertzuwachssteuer verschwand in der Versenkung und wäre auch jetzt nicht wahrgenommen worden, hätte nicht Norbert Walter-Borjans in einem Interview davon gesprochen, den „extremen Wertzuwachs von Grund und Boden“ „ein Stück weit (!)“ abzuschöpfen. Gegenüber dem Handelsblatt engte er die Maßnahme auf diejenigen ein, „die ohne eigenes Zutun durch die Umwidmung von Flächen in Bauland zu Multimillionären werden.“




