PM: Wir haben heute die Rathausstr.12 in Lichtenberg, Berlin, besetzt!
Wir, das sind obdachlose Familien, andere Wohnungssuchende und Unterstützer.
Steigenden Mieten, Verdrängung, Zwangsräumungen und Obdachlosigkeit sind
hier in Berlin wie in allen europäischen Ländern die Folge einer
neoliberalen Politik der Deregulierung, Privatisierung und
Finanzialisierung auf dem Wohnungsmarkt.
"Ich lebe seit 2010 in Berlin und habe immer noch kein Obdach für meine
Frau, meine zwei Kinder und mich finden können. Niemand vermietet hierBulgaren oder Rumänen eine Wohnung. Für Familien gibt es hier auch keineNotunterkünfte. Darum müssen wir uns jetzt selber helfen." (Bewohner)Bulgarische und rumänische Familien, die als EU-Bürger nach Deutschlandkommen, hier rassistisch ausgegrenzt werden, europarechtswidrig aufkeinerlei Unterstützung des Staates zählen können, gleichzeitig auchkeiner regulären Arbeit nachgehen dürfen und deshalb auf der Straße lebenmüssen, sind nur die Spitze des Eisberges. Immer mehr Menschen können sicheine Wohnung nicht mehr leisten, die Zahl der Obdachlosen und derZwangsräumungen steigt. Gleichzeitig geben alle die, die noch eine Wohnunghaben, immer größere Anteile ihres Einkommens für die Miete aus.Die Politik des Liegenschaftsfonds und des Senats Berlin trägt mit Schuldan dieser Entwicklung. An der Rathausstr.12 wird deutlich, dass die altePolitik, in der Berliner Grundstücke versilbert werden um dieHaushaltskasse zu füllen, einfach weiter gefahren wird. Obwohl es für dasObjekt ein Konzeptverfahren gibt, also nicht der Höchstbietende denZuschlag erhält, sind die Hürden dafür so hoch, dass kleine, alternativeProjekte, die günstigen Wohnraum schaffen könnten, keine Chance haben.Wir fordern Finanzsenator Ulrich Nußbaum, den Senator für Gesundheit undSoziales Mario Czaja, Stadtentwicklungssenator Michael Müller und alleBerliner Politiker auf, sich endlich den Problemen zu stellen,Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen zu beenden, die spekulationsgetriebeneMietpreisentwicklung zu stoppen und das in der Berliner Verfassung(Artikel 28) garantierte RECHT AUF WOHNEN tatsächlich umzusetzen!Wir erklären uns solidarisch mit allen anderen Aktionen, die heute in ganzEuropa dieses Recht einfordern und aktiv leben. Die Stadt sind wir! DieStadt gestalten wir!Pressekontakt: Für Nachfragen stehen wir unter 0176 38357600 zur Verfügung.Für Informationen zu den international geplanten Aktionen (Amsterdam,Athens, Berlin, Budapest, Dublin, Düsseldorf, Geneva, Lisbon, Lorient,Malaga, Milan, Paris, Poznan, Rotterdam, Rouen, Rome, Toulouse, Warsaw):http://europeandayofactionforhousingrights.wordpress.com/




